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Mit „Nachtrag zu Paris“ wird nun der fünfte und vorletzte Band der Werksausgabe präsentiert. Die Text wurden von dem 2003 verstorbenen Kulturjournalisten Dr. Fred Dickermann zusammengestellt.
Erster Kulturpreisträger
„Hans Bischoffshausen war im Jahr 1985 der erste Kulturpreisträger der Stadt Villach. Er und sein Werk leben in seiner Heimatstadt weiter. Es war uns ein Anliegen, seine autobiografischen Texte in einer Werksausgabe zu veröffentlichen“, sagt Kulturreferent Vizebürgermeister Richard Pfeiler. „Bischoffshausen war ein hochpolitischer Mensch. Ich habe immer bewundert, mit welcher Klarheit er seine Standpunkte bezogen hat.“ Hans Bischoffshausen zählt zu den bedeutendsten und visionärsten Künstlern. Sein künstlerischer Weg war getragen von dem Mut, nach Paris zu gehen und sich den internationalen Zeitströmungen in der Malerei vor Ort zu stellen.
Vorausblickende Heimatstadt
Pfeiler: „Bereits Anfang der Siebziger hat die Stadt Villach vorausblickend gehandelt, als sie Hans Bischoffshausen im Haus der Begegnung in St. Martin ein großes Atelier zur Verfügung stellte.“ Bischoffshausen galt als einer, der die Reduktion auf die Monochromie ebenso beharrlich wie meisterlich betrieb. Nicht nur als Maler, sondern auch als Literat schuf sich der „Unangepasste“ einen Namen.
Klare, harte Kultur
Herausgeber Dr. Fred Dickermann († 2003) erinnerte sich an die Begegnungen mit Bischoffshausen und die Entdeckung der Tagebuchaufzeichnungen: „Es war kein Tagebuch. Es war Literatur, klar, hart.“ Es ist der Witwe des Künstlers, Helene Bischoffshausen zu verdanken, dass diese bedeutende Werksausgabe zustande gekommen ist. Sie hat die Aufzeichnungen ihres Mannes gesammelt und Dr. Dickermann schließlich zur Verfügung gestellt.
„Denkmal“ für enormes Lebenswerk
Band I „Cresyl – die Sonne der Armen“, Band II „Ein Nachmittag“, Band III „Also lieber Freund“, Band IV „Rotweingeschichte/Sucht 82“ und Band V „Nachtrag zu Paris“ – die Werksausgabe (erschienen im Wieser-Verlag) „Edition Villach“ ist nun fast vervollständigt, Band VI kurz vor der Fertigstellung. Die Draustadt errichtet einem ihrer ganz großen Künstler mit dieser Veröffentlichung ein besonderes „Denkmal“. „In Villach ist es Tradition, dass die Stadt voll und ganz hinter ihren Künstlern steht, sie ernst und wichtig nimmt. Hans Bischoffshausen hat uns ein enormes Lebenswerk hinterlassen. Seine kunstmarktkritische, kunsttheoretische und literarische Kraft ist in seinen Arbeiten zu spüren“, betont Vizebürgermeister Richard Pfeiler.
Lesung am 16. Februar
Mercedes Echerer, international bekannte Schauspielerin und Moderatorin, liest morgen, Mittwoch, 16. Februar, ab 20 Uhr, im Parksalon des Warmbaderhofes aus „Nachtrag zu Paris“.
H. Bischoffshausen – der „weiße Außenseiter“
Hans Bischoffshausen zählt zu den wichtigsten Vertretern der europäischen Avantgarde der späten fünfziger und sechziger Jahre.
1927 in Feld am See geboren, während des Krieges als Luftwaffenhelfer interniert und bei der Wehrmacht, maturierte er 1947 in Villach.
Während des Architekturstudiums in Graz beginnt Hans Bischoffshausens „Sturz in die Malerei“. Strömungen des Kubismus und die Raumdarstellungen eines Lucio Fonatana prägten die Arbeiten des Künstlers. Doch nicht nur in seinen Bildern, seinen Skulpturen und Reliefs wollte sich Bischoffshausen ausdrücken.
Im Jahr 1964 gab er die Zeitschrift „Bischoffshausen und die Kultur“ heraus, de er in der letzten Nummer 1969 eine „Absage“ erteilte. 1972 kehrte Bischoffshausen nach einem Zwischenstopp in Wien wieder nach Villach.
Als kompromissloser bildender Künstler formulierte er in der Gruppe Zero-Avantgarde ein Jahrzehnt lang eine Extremposition künstlerischen Agierens, Hinterfragens und Produzierens.
Er sah sich als „weißer Außenseiter“, tastete sich in seinen Struktur-Reliefs an die Grenzen des Sichtbaren, wollte mit seinen Struktur-Forschungen die Gesellschaft beraten und gestalten.
Hans Bischoffshausen starb im Jahr 1987 in Villach. |