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Klimaveränderung, Treibhausgase, Erderwärmung, fossile Energieträger gehen zu Ende - Schlagworte dieser Art mahnen uns zum Handeln. Wie die Probleme gelöst werden können, ist hinlänglich bekannt: In erster Linie durch den forcierten Einsatz erneuerbarer Energieträger. Im Sinne von "Global denken und lokal handeln" nimmt die Stadt Villach gemeinsam mit privatwirtschaftlichen Partnern bei der Reduzierung des klimarelevanten CO2 österreichweit eine Vorreiterrolle ein und gibt darüber hinaus ein Paradebeispiel von Energieeffizienz ab!
 Die Klimaschutzziele haben in Villach Priorität – Ziele erreicht: Von links Geschäftsführer Dipl.-Ing. Christian Rainer (Omya), Geschäftsführer Dipl.-Ing. Günther Zweiner (Wärmebetriebe Kelag), Bürgermeister Helmut Manzenreiter und Geschäftsführer Hans Griesser (Biomasse Energie) während der Vorstellung der Netzwerk-Kooperation im neuen Biomasse-Heizwerg in Villach-Untere Fellach. Foto: Willi Zore
Treibhausgas mehr als halbiert Industrielle Abwärme (OMYA), Kraft-Wärme-Kopplung auf Biomasse-Basis (Biomasse Energie), Verwertung von Deponiegas (Müllnern) werden von der Kelag-Tochter Wärmebetriebe GmbH als erneuerbare Energieträger effizient für die Fernwärme in der Stadt Villach genutzt. "Seit dem Jahre 1995 konnte in unserer Stadt der CO2-Ausstoß schon um mehr als die Hälfte verringert werden. Das Kyoto-Ziel, die Treibhausgas-Emissionen zu halbieren, hat somit unsere Stadt in ihrem kommunalen Verantwortungsbereich jetzt schon erreicht", unterstreicht Bürgermeister Helmut Manzenreiter.
Im Netzwerk-Management aktiver Klimaschutz Durch die Forcierung der erneuerbaren Energieträger – so Manzenreiter - seien in Villach bereits rund 4,4 Millionen Liter Öl-Äquivalent eingespart worden. Dies entspreche einer CO2-Einsparung von 24.000 Tonnen pro Jahr "Die Luftqualität ist in unserer Stadt ausgezeichnet. Wir liegen seit vielen Jahren weit unter den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation", freut sich Manzenreiter. Im Netzwerk-Management mit den privaten Kooperationspartnern für die Wärmeaufbringung werde in Villach eindrucksvoll gezeigt, was unter aktivem Klimaschutz zu verstehen sei.
| "Diese Kooperation zum Vorteil unserer Stadt, der Umwelt und der Wirtschaft ist sensationell, eine der intelligentesten Klimaschutzlösungen, die es geben kann", freute sich Bürgermeister Helmut Manzenreiter bei der Vorstellung des Netzwerks im neuen Biomasse-Heizwerk in Villach-Untere Fellach. |
Einzelofenanteil von 50 auf unter 20 Prozent gedrückt Durch die offensiven Fördermaßnahmen konnte mittlerweile in der Stadt Villach der Einzelofenanteil von ursprünglich 50,64 Prozent (1995) auf nunmehr 19,04 Prozent (2007) reduziert werden. Die Draustadt ist in ihrem Bereich beispielgebend voran gegangen – Wohnbaugenossenschaften sind gefolgt - und hat bisher 44 Objekte, darunter auch das Congress Center, die Stadthalle, das Rathaus, Kindergärten und Schulen, und rund 700 Wohneinheiten an das Fernwärmenetz der Wärmebetriebe GmbH angeschlossen.
Attraktive Förderungen Für umweltbewusste Haus- und Liegenschaftseigentümer eröffnen sich jetzt ganz neue Fördermöglichkeiten. Wer auf "Bio-Wärme" umstellt, spart viel Bares: Aufgrund der neuen, umweltfreundlichen Wärmeaufbringung gibt es nun überaus attraktive Förderungen für Neuanschlüsse. Mit dem Förderprogramm "Erneuerbare Wärme" sind 40 Prozent verlorener Zuschuss für den Umstieg auf Fernwärme und den Einbau einer Zentralheizung möglich. Bei der Wohnhaussanierung wird die Fernwärme mit bis zu 36 Prozent gefördert. Erfüllt werden zusätzlich alle Kriterien für alle Öko-Stufen der neuen Wohnbauförderung.

80 Prozent der Fernwärme aus erneuerbarer Energie und Abwärme Dipl.-Ing. Günter Zweiner, Geschäftsführer der Wärmebetriebe GmbH: "Diese Vorgaben für die attraktiven Förderungen erreichen wir neben Villach auch in unseren anderen Kärntner Netzen. Durch die Nutzung erneuerbarer Energieträger spart unser Unternehmen pro Jahr insgesamt rund 77.000 Tonnen Kohlendioxid in Kärnten ein, und mit der Biowärme aus der neuen Biomasse-Anlage in Untere Fellach können wir den Anteil erneuerbarer Energieträger für die Fernwärme Villach weiter steigern." In Zukunft - so Dipl.-Ing. Günter Zweiner - kommen etwa 80 Prozent der Fernwärme Villach aus regenerativer Energie und Abwärme, also aus Biomasse, industrieller Abwärme, Kraft-Wärme-Kopplung und Deponiegas.
Mehrere Standbeine – sichere Wärmeversorgung In Villach betreibt die Wärmebetriebe GmbH ihr größtes Fernwärmenetz, mit einem Jahresabsatz von rund 100 Millionen Kilowattstunden Wärme (460 Hausanschlüsse, 5300 Kundenanlagen). „Vor einigen Jahren lag der Anteil erneuerbarer Energie bei der Fernwärme in Villach erst bei zehn Prozent“, sagt Zweiner. „Durch die konstruktive Zusammenarbeit mit den Partnern Omya, Griesser und Stadt Villach haben wir die Wärmeaufbringung auf mehrere Standbeine gestellt. Unsere Kunden können nun auf eine sehr sichere Wärmeversorgung vertrauen.“
 Erneuerbare Energie, industrielle Abwärme - wohlige Biowärme und wirksamer Klimaschutz: Unsere Stadt erreicht im Netzwerk mit den Firmen Biomasse Energie, Omya Gummern und den Kelag-Wärmebetrieben die Klimaschutzziele und nimmt eine Vorreiterrolle ein. Foto: Gerhard Maurer
Strom und Wärme aus Laubhackgut Die Firma Biomasse Energie GmbH verwirklicht jetzt in Untere Fellach ein neues, innovatives Biomasseprojekt. In einer Überdruck-Wirbelschicht-Holzvergaseranlage wird ab Sommer 2009 Öko-Strom und -Wärme aus Laubhackgut erzeugt. "Unsere Anlage wird ein Meilenstein sein bei der Umwandlung von Biomasse in Energie! In der ersten Stufe erzeugen wir in einem Vergasungsprozess aus Laubhackgut Holzgas. In der zweiten Stufe verbrennen wir das Holzgas in zwei Motoren mit je 60 Liter Hubraum. Die beiden Motore haben eine elektrische Leistung von fünf Megawatt und eine thermische Leistung von sieben Megawatt", erklärt Geschäftsführer Hans Griesser. Mit dem Bau dieser Anlage werde noch heuer begonnen.
Schon seit November 2007 betreibt die Firma Biomasse Energie GmbH in Untere Fellach eine Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis Biomasse. „Schon heute liefern wir rund 20 Millionen Kilowattstunden in das Fernwärmenetz der Wärmebetriebe. In Zukunft wird es deutlich mehr sein“, sagt Hans Griesser. |
Wärme aus industrieller Abwärme Schon seit Jahresanfang 2007 liefert die Firma Omya GmbH Abwärme für die Fernwärme in Villach. „Wir können problemlos bis zu 24 Millionen Kilowattstunden Fernwärme bereit stellen“, sagt Geschäftsführer Dipl.-Ing. Christian Rainer. „Das entspricht einem Viertel des Wärmebedarfes aller Kunden in Villach. Voraussetzung für die Nutzung der industriellen Abwärme für die Fernwärme war der Bau einer vier Kilometer langen Wärmeleitung vom Omya-Werksgelände in Gummern/Weißenstein nach Villach/Untere Fellach durch die Wärmebetriebe Gesellschaft m. b. H. Mit dieser Maßnahme kann die anfallende Prozesswärme, die zum Teil schon seit Jahren bei der Omya GmbH intern genutzt wird, einer umfassenderen Nutzung zugeführt werden und hilft dabei die Kohlendioxidemission maßgeblich zu reduzieren. |
Energie aus der Mülldeponie Energie aus Müll – aus der ehemaligen Deponie Müllnern (von 1983 bis 1999 in Betrieb) werden pro Jahr rund 0,5 Millionen Kubikmeter Deponiegas abgesaugt, das zu 50 Prozent aus Methan besteht. Das Deponiegas wird über eine Verdichterstation und eine Rohrbrücke über die Gail nach Warmbad geleitet, wo das Heizwerk mit der Feuerungsanlage steht. „Das ist die einzige Anlage in Österreich mit solch einem hohen thermischen Nutzwert. Der Wirkungsgrad liegt bei 90 Prozent“, erklärt Manzenreiter. Methan ist 20-mal klimawirksamer als Kohlendioxid, die 0,5 Millionen Kubikmeter Deponiegas ersetzen rund 250.000 Liter Heizöl. Die erzeugte Wärme wird teilweise für den Thermenhof genutzt, die überschüssige Wärme wird in das Fernwärmenetz der WBG eingespeist.
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