 |
|
 |
 |
 Kupferzeitliche Hammeräxte von Stiegl am Ossiacher See, um 3000 v. Chr. |
 |
 |
Villach - aus der Geschichte der traditionsreichen Stadt
Die ältesten menschlichen Spuren im Villacher Raum stammen aus der späten Jungsteinzeit (3500 - 1800 v. Chr.). Alle folgenden prähistorischen Epochen sind in diesem natürlichen Gunstraum mit teils sehr bedeutenden Fundstellen vertreten.
Aus römischer Zeit (ab 15. v. Chr.) stammen viele Funde im ganzen Stadtgebiet. Der Name der hier vermuteten Straßenstation ist Santicum. Erst mit der Einwanderung slawischer Stämme um 600 hören die Reste der spätantiken Zivilisation auf zu bestehen. |
Der "Römerweg" nahe Warmbad Villach, eine in den Fels eingetiefte antike Geleisestraße, gehört zu den wichtigsten Altstraßen, die von Italien in den Ostalpenraum führten.
Er wurde schon in urgeschichtlicher Zeit begangen und behielt seine Funktion auch noch in nachrömischer Zeit.
Römische Weiheinschriften aus Warmbad deuten auf die frühe Nutzung der dortigen Thermalquellen hin. |
 |
|
Villach wird 1240 erstmals ausdrücklich als Stadt bezeichnet; im Spätmittelalter war es die bedeutendste im Lande. Dieser standen Stadtrichter vor, solche sind seit 1240 bekannt. Das älteste überlieferte Stadtrecht stammt von 1392. Ab 1588 gibt es neben den Stadtrichtern auch Bürgermeister, doch gewann diese Funktion sofort die größere Bedeutung.
Am 25. Jänner 1348 wurde Villach durch ein schweres Erdbeben verwüstet, auch 1690 richtete ein Beben großen Schaden an. Mehrfach haben Brände die Stadt heimgesucht, so z.B. 1524, 1606, 1713, 1813. |
 Kanzel der Stadtpfarrkirche, um 1555 |
 |
 |
1526 fand die Reformation in Villach Eingang, hier war das Zentrum des Protestantismus in Kärnten. Nach 1600 wurden die am Luthertum festhaltenden Bürger zur Auswanderung gezwungen, was den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt beschleunigte.
Die Ansicht aus der österreichischen Topographie des Matthäus Merian von 1649 zeigt die charakteristische Lage Villachs mit dem Stadtzentrum südlich der Drau, die hier von der bereits 878 urkundlich genannten Brücke gequert wird.
Von 1007 bis 1759 war die Stadt Besitz des Bistums Bamberg. Zum Zeitpunkt der Darstellung hatte Villach etwas weniger als 3000 Einwohner. |
 M. Merian: Villach, Kupferstich, um 1649 |
 |
 |
1535 hatte das Hochstift Bamberg die Unterstellung seines Besitzes unter die Landeshoheit anerkennen müssen, 1674 gingen weitere Herrschaftsrechte verloren.
1759 erwarb schließlich Kaiserin Maria Theresia durch Kauf Villach und alle anderen bambergischen Besitzungen in Kärnten für Österreich.
In napoleonischer Zeit wurde Oberkärnten von Österreich abgetrennt, 1809 - 1813 war Villach Kreisstadt innerhalb der französischen Illyrischen Provinzen.
|
 Medaille 100 Jahre Eisenbahn in Villach, 1964 |
 |
 |
Gesetzliche Neuordnungen von 1849, 1861 und 1864 vermehrten den Wirkungsbereich der Stadtgemeinde. 1864 erreichte die Südbahn Villach, der bald entstehende wichtige Bahnknotenpunkt begünstigte den erneuten Aufschwung der Stadt.
In den Kriegsjahren 1915 - 1917 war Villach als frontnahe Stadt gegenüber Italien Sitz des Kommandos der 10. Armee.
Mit 1. Jänner 1932 wurde Villach autonome Stadt mit eigenem Statut und übernahm die Aufgaben der Bezirksverwaltung. |
|
 |
|
 |
|  |