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Relief von Kärnten
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In der Peraustraße/Schillerpark gelegen.

Öffnungszeiten:
2. Mai bis 31. Oktober
Montag bis Samstag 10 bis 16.30 Uhr
Sonn- und Feiertage geschlossen

Eintritt:
Erwachsene: 2 Euro
Ermäßigte / Gruppen: 1,20 Euro

T +43(0)4242 / 205-3550
E museum@villach.at

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 Alle Besitzer der Kärnten Card haben im Relief freien Eintritt!
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Zum Vergrößern der Bilder auf den Link klicken
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Eingang zum Relief
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Villach mit Ossiacher See und Faaker See
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Glockner-Gipfel, 3798 m
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Blick über den Wörthersee

Das "Relief von Kärnten" in Villach

Das Relief von Kärnten ist eine eindrucksvolle Landschaftsdarstellung. Es zeigt Kärnten und die angrenzenden Nachbargebiete topographisch exakt auf 182 m² und ist die größte derartige Landschaftsplastik Europas.

Die Herstellung einer großen und topographisch exakten Darstellung des gesamten Landes Kärnten war schon im Jahr 1889 vom damaligen Direktor der Villacher Fachschule, Ernst Pliwa, in der Generalversammlung der Sektion Villach des damaligen Deutschen- und Österreichischen Alpenvereines angeregt und hierauf beschlossen worden.
Die Stadt stellte dem Verein einen Platz zur Aufstellung in Aussicht, worauf am 1. April 1891 schließlich mit der Herstellung begonnen wurde. Diese sollte durch einige Lehrer der Fachschule, deren Schulwart und mitwirkende Schüler erfolgen, die Materialkosten durch Spenden aufgebracht werden.

Von Beginn an war bereits beabsichtigt, dass die gesamte Darstellung etwa 10 m mal 20 m haben sollte, wobei jedoch vorerst ein Längsmaßstab von 1 : 7500 und eine Überhöhung von 3,41 erwogen wurden. Der Großglockner hätte so angeblich eine Höhe von 1,8 m haben sollen. Den voraussichtlichen Herstellungszeitraum schätzte man im Jahr 1890 noch optimistisch auf drei Jahre. Als Längenmaßstab war nun tatsächlich jedoch 1 : 10.000 vorgesehen, wobei für die Höhendarstellung 1 : 5000 gewählt wurde, also doppelte Überhöhung. Davon erwartete man sich eine bessere, realistischere und der Sehgewohnheit eher entsprechende Betonung des Gebirgscharakters. Die gesamte dargestellte Grundfläche bildete ein Rechteck von 19,5 x 9,35 m, also von 182,32 m².

Hergestellt wurden jeweils Abschnitte von 1,8  x  1,4 m. Diese wurden als Höhenschichtenmodell ausgeführt, von dem hierauf ein Gipsnegativ abgenommen wurde. Das endgültige Positiv wurde dann mit Weißzement gegossen und auf dem im Park neben dem Schulhaus geschaffenen Betonfundament montiert.

Die tatsächliche Ausführung zog sich jedoch bis 1913 hin. Im Jahr 1907 hatte der Alpenverein als einstiger Initiator resigniert und die bislang hergestellten Teile der Stadt  überantwortet. 1912 war endlich die Geländerdarstellung fertig und die Erbauung des Ausstellungsgebäudes im Gange, worauf 1913 die Bemalung erfolgen konnte. Für diese war der seinerzeit berühmte Geoplastiker Paul Oberlercher gewonnen worden.
Das sehr zögerliche Vorankommen des Projektes, das schließlich 24 Jahre statt der anfangs erhofften 4 Jahre gedauert hatte, war auch dadurch bedingt, dass es sich als zum Teil sehr schwierig erwies, ausreichend exakte Landkarten als Grundlage zu erhalten. Besonders beim mit einbezogenen italienischen Landschaftsteil war diese fast nicht möglich.

Die Bemalung des Jahres 1913 beschränkte sich auf Kärnten in den damaligen Grenzen und bezog auch den Grenzsaum gegen Osttirol mit ein, besonders um die Gebirgsgruppe des Großglockners einheitlich darstellen zu können.

Die benachbarten Länder Salzburg, Steiermark, Krain und der zu Italien gehörende Gebirgsteil wurden dagegen weiß belassen. Zum damaligen Kronland Kärnten gehörten auch das Mießtal, das Gebiet von Seeland und das Kanaltal bis Pontafel. Diese erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs an Jugoslawien und Italien gekommenen Landesteile bewirken, dass im Relief heute ein ziemlich breiter Grenzsaum gegen Süden dargestellt ist. Diese 1918/1919 abgetretenen Gebiete wurden damals übermalt. Als im II.Weltkrieg der vom „Dritten Reich“ annektierte Teil Sloweniens (Oberkrain) kurzzeitig dem Gau Kärnten zugeschlagen werden sollte, wurde erwogen, auch die Geländeplastik zu erweitern, doch ist dies glücklicherweise unterblieben, da die Stadtverwaltung dies „bis nach dem Endsieg“ zurückgestellt hat.

Das Reliefgebäude von 1912 war einst nach Plänen des städtischen Baurates Rudolf Müller errichtet worden. Anfangs hatte es natürliche Belichtung durch ein großflächiges Glasdach. Da sich dieses nicht bewährte, wurde es  nach wenigen Jahren durch eine Dachhaut aus Blech und elektrische Beleuchtung ersetzt.
1986/1987 wurde das Gebäude gründlich renoviert und die vergilbte alte Geländebemalung durch den Tiroler Geoplastiker Jörg Covi 1988/89 erneuert. Hierbei wurden auch die zuvor zwar plastisch dargestellten, aber nicht farbig angelegten Nachbargebiete in die topographische Bemalung mit einbezogen.
Das große „Relief von Kärnten“ war, wie seine Entstehungsgeschichte, die vom Alpenverein und der einstigen Villacher Fachschule ausgeht zeigt, wesentlich durch alpinistische, schulisch-heimatkundliche und patriotisch-vaterländische Motivation bestimmt. Es stammt aus einer Zeit, wo es noch keine tatsächlich anschaulichen Kartendarstellungen des Landes gab, ganz zu schweigen von Luftaufnahmen, Satellitenbildern und virtuellen Panoramen, wie sie heute selbstverständlich sind.

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